Die Vorbereitungen in den letzten Wochen für unsere diesjährige Antarktis-Kreuzfahrt waren aufwendig. Sehr aufwendig. Vor allem wegen Corona. Die Gesundheitsfragebögen waren noch nie so ausführlich, und die Reisekrankenversicherungen mussten noch nie so viele Zusatzangaben in den Papieren ausweisen. Ich glaube, wir hatten bisher noch keine so dokumentenintensive Vorbereitung wie diesmal.
Am 15.01. sollte es losgehen. PCR-Tests für Corona sind gebucht und bezahlt. Die Bahnfahrt nach Frankfurt ist gebucht und bezahlt. Und dann erhalten wir am 12.01. gegen Mittag einen Telefonanruf. Es ist die Reederei. Es gebe neue Informationen über unsere bevorstehende Schiffsreise. Das Schiff ist gerade aus der Antarktis zurückgekehrt. Die argentinischen Behörden hätten nun aber die folgende Reise untersagt. Es dürfe - wohl zur Durchführung von zusätzlichen Corona-Schutzmaßnahmen - nur jede zweite Reise mit dem Schiff stattfinden. Unsere Expedition ist also abgesagt. Noch kann uns die Reederei keine Alternative nennen.
Daraufhin machen wir uns sofort selbst auf die Suche nach Alternativen. Diese finden wir dann zum Glück doch relativ schnell. Eine Reise mit einer anderen Reederei, die zwar deutlich teurer ist, aber dafür zusätzliche Tage in der Antarktis beinhaltet und dabei sogar die Fahrt über den südlichen Polarkreis. Wir entscheiden uns spontan dafür und kontaktieren sofort den Veranstalter. Nicht, dass uns noch jemand anderes diese Gelegenheit wegschnappt. Denn wir sind mit Sicherheit nicht die einzigen, die eine Alternative suchen. Wir machen uns sogleich an die notwendigen Dokumente, damit es unsererseits zu keinen Verzögerungen kommt. Denn die Abfahrt wäre bereits in knapp drei Wochen.
Am nächsten Tag dann erneut ein Rückschlag. Die behördlichen Auflagen haben sich geändert und einige Kabinen auf dem neuen Schiff müssen als Quarantänebereiche frei bleiben. Leider sind deswegen keine Kabinen mehr für uns verfügbar.
Nach so viel Vorarbeit, so viel Vorfreude und überwundenen Rückschlägen kommt ein Aufgeben nicht in Betracht. In der Zwischenzeit sind die Alternativvorschläge der ursprünglichen Reederei eingetroffen. Antarktisexpedition im Frühjahr 2023 mit ordentlichem Rabatt. Aber das ist für uns zeitlich nicht interessant. Wir sprechen erneut mit dem zweiten Veranstalter und finden dort für dieses Jahr noch eine dreiwöchige Antarktisexpedition, die uns inhaltlich sehr gefällt. Das Schiff ist nagelneu und komfortabel und die Reise gut fünftausend Euro pro Person teurer als unsere ursprüngliche. Wir schlucken schon sehr. Aber letztendlich entschließen wir uns dazu und buchen. Noch ahnen wir nicht, dass es ein Volltreffer sein wird. Am 17.02. soll es losgehen.
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