Dienstag, 15.02.2022
Kurz nach Mittag Abfahrt mit Rony nach Augsburg zu meinem Vater und dann gleich zusammen zur Probenahme für den PCR-Test auf Covid-19. Der Befund wird beim Boarding benötigt und für die Voranmeldung unserer Einreise in Argentinien. Jeder Test kostet satte 50 EUR.
Mittwoch, 16.02.2022
Wir rechnen damit, das Testergebnis gegen Mittag zu bekommen, um uns dann gleich an die Online-Registrierung beim argentinischen Innenministerium zu machen. Für diese elektronische, offizielle Einreiseanmeldung müssen wir eine eidesstattliche Versicherung abgeben und dazu verschiedene Dokumente hochladen. Da die Webseite zwar in Englisch angezeigt werden kann, sich aber teilweise eher Spanisch anhört, wollten wir hierfür ausreichend Zeit zur Verfügung haben.
Am Abend wird unser Warten auf die Testergebnisse schon wesentlich banger. Aber es kommt nichts. Dann ein erster Anruf bei der Firma. Ja, der Befund liegt noch nicht vor, würde aber garantiert noch heute verschickt werden. Um Mitternacht ist immer noch nichts gekommen. Das ist wirklich schlecht. Wir haben morgen einen anstrengenden Tag und möchten nicht zu spät ins Bett. Ein zweiter Anruf verläuft wieder ergebnislos. Wir werden auf die spätere Nacht vertröstet. So etwas kostet wirklich Nerven. Sehr viel Nerven. War für mich das Abreisen an sich, mit all dem Packen und dem entsprechenden Drumherum, schon immer ein eher unbeliebter Teil des Reisens, so ist es mit den zusätzlichen Anforderungen und Unsicherheiten durch Corona noch viel schlimmer geworden. Auch wenn wir davon überzeugt sind, dass wir beide negativ sind, weil wir seit geraumer Zeit in selbstauferlegter Isolation leben und besonders vorsichtig waren. Aber wer weiß. Und sei es nur ein Probenahme- oder Laborfehler. Es wäre ein riesiges Problem und würde unsere lang ersehnten und intensiv vorbereiteten Reisepläne empfindlich beeinflussen. Ganz zu schweigen von den erheblichen finanziellen Einbußen. Vielleicht erklärt das etwas die Nervosität. Aber malen wir den Teufel lieber nicht an die Wand. Nach Mitternacht machen wir dann ohne Ergebnisse Schluss.
Donnerstag, 17.02.2022
Um zwanzig vor eins ist dann mein Ergebnis per eMail geschickt worden. Und es ist negativ. Aber der Befund für meinen Vater ist selbst am Morgen immer noch nicht da. Erneut ein Anruf, diesmal im Labor. Nach langem Warten erfahren wir, dass die Probe nicht angekommen sei und deswegen kein Befund erstellt werden kann. Eine niederschmetternde Nachricht. Heute soll es losgehen und wir haben keinen PCR-Test. Das ist doch echt die Höhe. 50 Euro dafür, dass jemand die Probe verschlampt. Und nun ist für ein paar Minuten guter Rat teuer. Wir machen eine kurze Recherche im Internet nach einer Möglichkeit für einen sehr schnellen PCR-Test. In Augsburg gibt es keine Möglichkeit. Also auf zum Flughafen München. Dort wird ein reisetauglicher PCR-Test-Befund nach nur 35 Minuten versprochen. Für phantasievolle 240 Euro. Aber das ist jetzt unsere einzige Chance, die Reise antreten zu können. Wir stürmen ins Auto und fahren sofort los. Zum Glück ist der Verkehr vergleichsweise harmlos. Am Flughafen geht alles recht schnell und professionell von statten. Als wir wieder in Augsburg ankommen, ist der Befund bereits abrufbar, und wir können endlich die elektronische Registrierung für Argentinien abarbeiten. Zwei Stunden später klingelt der Taxifahrer um uns zum Hauptbahnhof zu bringen.
Der Zug fährt trotz des derzeit sehr stürmischen Wetters in Norddeutschland pünktlich um kurz nach vier Uhr ab. Kaum im 60 Kilometer entfernten Günzburg angekommen, haben wir bereits eine Viertelstunde Verspätung. In Ulm dann die nächste Hiobsbotschaft. Wir erfahren bei einer Durchsage, dass der Zug heute nicht bis nach Hamburg fahren wird, sondern bereits vorher enden wird. Entsetzliche Schrecksekunden. Der Zug wird in Frankfurt-Flughafen enden. Erleichterung und Aufatmen. Seine Verspätung behält der Zug bis zum Frankfurter Flughafen. Aber uns bleibt noch genug Zeit, die Check-in Schalter zu finden, die vielen Dokumente vorzulegen und geprüft zu bekommen, die Sicherheitskontrollen zu durchlaufen, erneut die Dokumente prüfen zu lassen und uns bei der Reisebegleitung zu registrieren. Das Boarding startet deutlich verspätet und verläuft etwas sehr chaotisch ab. Wir sitzen außen auf einem Zweierplatz in einer der letzten Reihen des Jumbo-Jets. Um 22:15 Uhr geht es los.
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